Inter- und intramuskuläre Koordination

Die Inter-/Intramuskuläre Koordination – Fundament der Bewegung


Sport und Fitness beudeutet Bewegung. Alles baut auf Bewegungsabläufen auf. Diese Abläufe sind komplexe Wechselwirkungen zwischen Nerven – Gehirn und Muskeln. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Intermuskuläre- sowie die Intramuskuläre Koordination, bei der es um das Zusammenspiel der einzelnen Muskeln und Muskelgruppen geht. Hier sieht man, warum ein ganzheitliches Training so wichtig für den Trainingserfolg ist.


Inhalt:

Wer seine Bewegungen gezielt ausführen kann, der sparrt Zeit im Training und trainiert effektiver, da man in den Bewegungsabläufen die einzelnen Muskeln gezielter ansteuern kann. Somit gibt es beim Trainingsreiz weniger Streuverlust durch Ausweichbewegungen und Schonhaltungen. Intermuskuläre- und Intramuskuläre Koordination haben hier eine bedeutende Rolle.

Trainingssteuerung

Um zu verstehen, wie Bewegungsabläufen von statten gehen, ist es wichtig diese als ganzheitliches Zusammenspiel der Muskultur zu sehen. Bei einer Bewegung gibt es einen bewegungsführenden Muskel. Dieser ist der Agonist und das Pendant, also der Gegenspieler, den Antagonist. Sind beide Parteien ausgeglichen trainiert, können Bewegungsabläufe besser und gezielter ausgeführt werden. Das hat viele Vorteile. Beim Krafttraining können wir effektiver mit einem Muskel arbeiten, mehr Leistung bringen und dem Muskel einen höheren Reiz geben. Der Muskel kann sich so langfristig besser steigern. Wer dieses Wissen in seinem Training beachtet, der wird mehr rausholen können. Wer seinen Bauch genauso trainiert, wie den Rücken, der profitiert davon beim Kreuzheben.

Intermuskuläre Koordination

Die Intermuskuläre Koordination ist genau dieses Zusammenspiel bzw. Abstimmung zwischen Agonist und Antragonist. Die wichtigste Basis neben einer ausgeglichen trainierten Muskulatur sind die bereits erlernten Bewegungsmuster. Diese und ähnliche erlernten Muster werden durch Reize von außen nämlich abgerufen. Das macht Bewegungen auch zu einer Art Reflex. Je mehr und vor Allem verschiedene Bewegungen der Körper ausgeführt hat, desto besser funktioniert auch das Zusammenspiel der einzelnen Muskelgruppen.


Ein weiterer wichtiger Punkt für eine gut funktionierende intermuskuläre Koordination ist eine gute Reizaufnahme und -Verarbeitung. Je mehr Reize der Körper von außen über seine Rezeptoren bekommt, desto besser kann er reagieren. Rezeptoren sind: Druckrezeptoren, Thermo- bzw. Wärme- und Kälterezeptoren, Fotorezeptoren, Propriozeptoren, Vibrationsrezeptoren und Berührungsrezeptoren.

Sensomotorik

Das Zusammenspiel von sensorischen- und motorischen Leistungen nennt man Sensomotorik. Das Interessante hierbei ist, dass sensomotorische Prozesse parallel laufen sofern diese “erlernt” sind. Genau dass ist der Unterschied zwischen erlernten- und noch nicht erlernten Bewegungen. Aber es wird noch interessanter. Das Wahrnehmen eines Reizes und das Ausführen einer Bewegung stehen in direkter Verbindung und lassen sich nicht von einander trennen. Grade im Leistungssport ist das eine der größten Herrausforderungen, da dieser Rückkopplungsprozess viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch wenn eine Bewegung perfekt erlernt ist und sensomotorische Prozesse parallel ablaufen, bremst diese Rückkopplung Bewegungen um ein vielfaches aus. Ein Sprinter, der einen Weltrekord läuft, schafft knapp über 2 Doppelschritte in der Sekunde. Auf dem Standfahrrad schafft er bei Gleichem Wiederstand und gleicher Leistung jedoch 7 Umdrehungen in der Sekunde. Dem Sprinter ist es nicht möglich ohne diese zeitraubende Rückkopplung auszukommen. Das liegt daran, dass diese zum Erlernen der Bewegung essentiell war.


Intramuskuläre Koordination

Die intramuskuläre Koordination hingegen ist das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Muskelfasern innerhalb eines Muskels. Je mehr Muskelfasern innerhalb eines Muskels bei einer Bewegung aktiviert werden, je besser funktioniert die intramuskuläre Koordination und je grösser ist die Kraftentwicklung des Muskels. Wer das in sein Training mit einbezieht, der wird auch hiermit langfristig bei seiner Kraftentwicklung gut voran kommen. Am Besten lässt sich die intramuskuläre Koordination mit schnelleren- und explosiveren Bewegungen trainieren. Einzelne Muskelfasern innerhalb eine Muskels haben verschiedene Aufgaben und so gibt es Muskeln für schnelle- und Muskeln für langsame Bewegungen. Hier unterscheidet man zum Beispiel die roten und die weißen Muskelfasern. Während die roten Muskelfaser zwar langsamer und ausdauernder kontrahieren, können die weißen Muskelfasern weit aus schneller angesteuert werden aber halten nicht so lange durch. Ein gutes Training um hier die intermuskuläre Koordination zu trainieren wäre beim Liegestütz zum Beispiel eine schnelle positive Bewegung nach oben (am Besten mit Klatschen) und eine langsame Bewegung nach Unten. So werden das Zusammenspiel beim Training intermuskulär gefördert und bei anderen Bewegungen (egal ob schnell oder langsam) vom Muskel genutzt.

 Psychomotorik – Wechselwirkung Psyche und Körper

Kopf und Muskel stehen in direktem Zusammenhang. Resultat sind unsere Bewegungen. Auch psychische Vorgänge beeinflussen unsere Bewegungen und so wirken sich Emotionen oder unsere Konzentration auf Bewegungsabläufe aus. Bewegung – Gedanken – Gefühle. Sie alle stehen in direktem kausalem Zusammenhang zueinander. Wer ganzheitlich trainiert, der profitiert effektiver in den einzelnen Trainingsbereichen.

Fazit 

Hinter unseren Bewegungen stehen komplexe Abläufe und grade dieses Wissen sollte man in sein Training und seine Gesundheit mit einfließen lassen. Sich ganzheitlich zu fördern bedeutet auch Übungen und Bewegungsabläufe in sein Training einzubauen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich vielversprechend aussehen. In der Abwechslung liegt die Kraft. Besonders therapeutisch kann ein ganzheitlicher Ansatz die eigene Therapie um ein vielfaches antreiben, wenn Symptome nicht zu sehr isoliert betrachtet werden.

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