Profisportler-Ernährung im Hobbysport

Die Ernährung der Profisportler – auch für Hobbysportler geeignet?

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Ernährung spielt neben konsequentem Training eine wichtige Rolle für den Erfolg im Sport. Auf diese Weise wird die Leistungsfähigkeit des Körpers garantiert und optimiert. Die meisten Profis verfolgen dabei eine recht strenge Diät. Doch wie sieht diese im Einzelfall aus, und sind deren Essgewohnheiten auch für Hobbysportler dauerhaft realistisch?

Kaum jemand muss körperlich so viel leisten wie ein Profisportler – sei es in Ausdauersportarten wie Laufen oder beim Fußball, wie auch in Kraftsportarten. Die Energiezufuhr spielt dabei eine erhebliche Rolle. Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette übernehmen unterschiedliche, jedoch nicht minder wichtige Funktionen, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und zu garantieren, dass der Körper unter erheblicher Belastung optimal funktioniert. Doch wie genau ernähren sich eigentlich die berühmten Sportler, wer greift auf eher ungewöhnliche Tricks zurück, und sind ihre Diätpläne derart strikt, dass sie für Amateure nicht dauerhaft realistisch sind?

Cristiano Ronaldo isst einfach und gesund

Cristiano Ronaldo beispielsweise hat feste Prinzipien bei seiner Ernährung. Nicht zuletzt wurde dies deutlich, als ihm kürzlich während einer Pressekonferenz Cola angeboten wurde, welche er angewidert zur Seite schob und damit die Aktien von Coca-Cola zum Einstürzen brachte. Ein Vorfall, der als „Cola-Gate“ in den Medien kursierte. Der portugiesische Kicker trinkt nur Wasser und spricht sich immer wieder gegen jegliche Art von Fast-Food aus, die er sogar bei seinen Kindern unterbindet. Stattdessen bleibt er bei „Clean Food“ und einer ausgewogenen Zufuhr der Hauptnähstoffe: Zum Frühstück gib es bei ihm in der Regel Toast mit Eiern und fettarmen Käse oder Schinken, mittags Salat und Huhn, wobei er vor Spielen jedoch auch auf eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten, in Form von Pasta oder Vollkornbrot Wert legt. Abends gibt es viel Eiweiß sowie gesunde Fette, oft in Form von Fisch – der Kicker liebt beispielsweise Sardinen in Öl – kombiniert mit viel Gemüse. Zwischen den Mahlzeiten stehen bei ihm Obst und Fruchtsäfte auf dem Plan.

Dessert zuerst: Essgewohnheiten der Bundesliga-Stars

Bei Ronaldo macht sich die Disziplin rund ums Essen bezahlt – wer Sportwetten abschließt weiß, dass das Fußball-Ass nahezu immer in Topform ist. Lässt sich auch bei den Star-Spielern der Bundesliga ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Leistungsfähigkeit feststellen? Generell folgen auch Sie Diäten, die für Hochleistungs- und Ausdauersportler wichtig sind: Kohlenhydrate, besonders am Tag vor Spielen, sind wichtig, um die nötige Energie zu liefern und den Glykogen Speicher aufzufüllen. Direkt vor dem Match wird jedoch auf schwere Mahlzeiten und besonders Fette verzichtet, da sie schwer im Magen liegen können. Hochwertige und ungesättigte Fettsäuren, besonders von Fischöl, sind jedoch wichtig im Vorfeld, um dauerhafte Energie zu liefern und nach einem Wettkampf, um die Regeneration zu unterstützen. Eiweiß unterstützt den Muskelaufbau, -erhalt, und -reparatur sowie die Hormon- und Enzymbildung und fördert zudem das Immunsystem.

Obwohl diese Grundbausteine bei allen Sportlern ähnlich sind, gibt es unter den Bundesliga-Kickern jedoch einige Besonderheiten im Ernährungsplan. Robert Lewandowski isst beispielsweise sein Dessert vor der Hauptmahlzeit. Warum? Er glaubt seine Verdauung läuft am besten, wenn er erst Kohlenhydrate, dann Eiweiß und Fett zu sich nimmt.

Jérôme Boateng verzichtet in seiner Ernährung auf Gluten, Mesut Özil liebt es eher kohlenhydratarm und Tim Wiese liebt Fleisch – gerne schon zum Frühstück. Mats Hummels hingegen bemüht sich auf tierische Produkte weitgehend zu verzichten. Ist eine vegetarische oder gar vegane Ernährung für Hochleistungssportler jedoch realistisch?

Lewis Hamilton lebt vegan

Absolut! Das beweist Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, der angibt, dass seine Entscheidung, komplett fleischlos zu essen lebensverändernd gewesen sei. Vor allem sei er seitdem niemals müde. Mittlerweile hat sich seine vegane Ernährungsweise sogar in ein berufliches Projekt verwandelt – er eröffnete mit „Neat Burger“ ein auf pflanzliche Gerichte spezialisiertes Restaurant, mit dem er nicht nur die Gesundheit seiner Kunden, sondern auch die der Erde fördern möchte.

Tom Brady: keine Nachtschattengewächse

Auch Tom Brady und seine Frau Gisele Bündchen leben in erster Linie vegan und setzen dabei bewusst auf rohe Zutaten. Der hauseigene Koch der Familie, Allen Cambell verriet, es gebe vor allem Fisch, Bohnen, und komplexe Kohlenhydrate wie Hirse, Quinoa und braunen Reis. Auch als gesund geltendes Gemüse ist bei dem Paar jedoch tabu, wie beispielsweise Tomaten und Auberginen, denn diese gehören zu den Nachtschattengewächsen, die nach Ansicht des NFL-Stars Entzündungen fördern. Nach wichtigen Spielen setzt er auf gesunde Fette, in erster Linie von Hummus und Nüssen, wobei er auch dann absolut akribisch plant, was in seinen Körper gelangt, wie sein Koch weiter verriet.

Profi-Ernährung – unrealistisch fürs tägliche Leben?

Bei den Profis spielt der Speiseplan, besonders während intensiver Trainings- und Wettkampfphasen eine ganz entscheidende Rolle, die über Sieg oder Verlieren entscheiden kann. Kein Wunder also, dass die meisten Mannschaften einen eigenen Team-Koch beschäftigen, wie beispielsweise Star-Koch Alfons Schuhbeck, der dem FC Bayern bei Auswärtsspielen der Champions League begleitet und „leichte und ausgewogene Gerichte“ für die Spieler zubereitet. Björn Freitag stellt den Speiseplan von Schalke 04 zusammen und verriet in diesem Zusammenhang, dass die Spieler vor allem Brötchen lieben, vorzugsweise Möhrenbrötchen.

Die Kicker müssen sich also, zumindest auf Reisen und in Trainingslagern, um ihre Speisen kaum Gedanken machen, doch auch daheim lassen sie in der Regel Disziplin walten und essen in erster Linie was Sinn macht und nur zweitrangig, was ihnen gut schmeckt. Kompliziert ist eine ausgewogene Sportlerernährung demnach nicht, vielmehr kommt es auf Willensstäke und zielgerichtete Energiezufuhr an. Eine Entscheidung, die eben auch Hobbysportlern zwischen ihren Zielen und sozialen und geselligen Verpflichtungen im Alltag treffen müssen.

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